Anfang Maerz hatte Markus eine Einladung von Marc bekommen, einen Vortrag in seinem Kolloquium an der University of Massachusetts,Boston zu halten. (Marc ist dort Assistant Professor und forscht im Bereich visuelle Wahrnehmung.) Wir haben uns deshalb entschlossen, von Donnerstag bis Sonntag Kurzurlaub in der Gegend zu machen: 2 Tage Boston, 2 Tage Provincetown auf Cape Cod.
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Wir sind also am spaeten Donnerstag Vormittag los geduest und mit vereinten Bleifusskraeften rechtzeitig um 15h im Uni-Parkhaus angekommen. Wir haben dann kurz von Marcs Mitarbeiterin eine Fuehrung durch's Labor bekommen -wo ich den eyetracker ausprobieren durfte- und waehrend Markus anschliessend seinen Vortrag gehalten hat, habe ich mir in der Stadt meine langersehnte Hose bei Tall Girl gekauft. (Hier in der Gegend um Albany passende Kleidung zu finden ist so gut wie aussichtslos, weshalb ich shopping immer auf die Termine verschiebe, wenn wir mal in grossen Staedten unterwegs sind.)
Abends habe ich die 2 Jungs dann in der Stadt zum sight-seeing und Essen gehen getroffen. Wir haben ein deutsches Restaurant-cum-Pub ausprobiert (Jacob Wirth), wo wir mit Paulaner Bier auf unseren neuen Papst angestossen haben. :-) Da wir bei Marc in Cambridge (Nachbarort von Boston, einmal ueber den Fluss rueber, U-bahnfahrt ca. 10 Minuten) uebernachtet haben, sind wir dort noch kurz zu einem Umtrunk ins John Harvard's am Harvard Square gegangen. Welche crowd dort anzutreffen ist, laesst sich aus dem gehaeuften Harvard im vorherigen Satz wohl schliessen. :)
Am naechsten Vormittag sind wir dann noch ein bisschen durch Cambridge gebummelt. Auf dem Foto seht ihr mich und Marc vor dem beruehmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) stehen, durch dessen heilige Hallen wir kurz davor gewandelt sind.
Nach dem Mittagessen sind wir dann Richtung Provincetown aufgebrochen, eine kleine 5,000 Seelen Stadt am aeussersten Zipfel Cape Cods. Die Fahrt von Boston dorthin dauerte etwa 3 Stunden, allerdings war der Autoverkehr in Boston fuer einen Freitag Nachmittag auch erstaunlich moderat. Waehrend es in Boston recht kuehl war, sind wir in unseren Winterklamotten auf dem Weg nach Provincetown fast weggeschmolzen. Wettervorhersagen von Regen und kuehlen 11 Grad Celsius setzte das Cape strahlendsten Sonnenschein und eine leichte Seebrise entgegen.
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Bevor wir uns einen Schlafplatz gesucht haben, sind wir erstmal durch das Staedtchen geschlendert, dessen wichtigste Straende nach Westen zur Cape Cod Bay (Herring Cove Beach) und nach Norden (Race Point Beach) zum atlantischen Ozean gehen. Wir haben lecker Kaffee getrunken und uns im Beachfront Einkaufsparadies nach Toilette und Kuehlschrankmagnet umgeschaut.
Wir sind dann im Bradford-Carver House gelandet und hatten Zimmer Standard 5 (sehr empfehlenswert, da nach hinten raus; leider ohne fireplace).
Am naechsten Tag haben wir uns bei immer noch strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen 2 Fahrraeder ausgeliehen (je $10 fuer den halben Tag) und sind durch die Duenen im Norden gekurvt.
Wir haben uns viel Zeit gelassen und kamen nach ca. 1 1/2 Stunden am Race Point Beach, also ATLANTIK an.
Hier haben wir uns erstmal in den weichen Sand gesetzt, auf's Meer geguckt und ein bisschen gedoest. Nachdem wir das Meer gebuehrend be-Ahhh-t und be-Ohhh-t und unsere Taschen mit Steinen und Muscheln gefuellt hatten, sind wir ueber den langen Weg (ca. 6.5 km) wieder zurueck in die Stadt gefahren. Wir haben dann im beruehmten Lobster Pot den ersten Hummer unserer beider Leben verspeist und waren danach sehr satt, sehr sonnenverbrannt und noch mueder. Einen kurzen Stop mussten wir noch an der Skulptur "Tourists" und am Hering Cove Beach (Westen) einlegen, um meine Erdbeeren zu essen und den nicht vorhandenen Sonnenuntergang zu bestaunen, bevor wir uns voellig erschlagen in unser Kingsize Bett geschleppt haben. Vielleicht sollte ich noch erwaehnen, dass es zu dem Zeitpunkt gerade mal 20h war. :)
Am Sonntag sah das Wetter dann ganz anders aus, grau und verregnet. Das sollte echte Nordlichter aber nicht erschuettern, und nachdem wir aus dem Guesthouse ausgecheckt hatten sind wir erstmal in Ptown fruehstuecken gegangen. Als der Regen nachliess, haben wir uns auf den Weg zum Pilgrim Monument gemacht, einem Turm, der 1907 zur Erinnerung an die ersten englischen Siedler, die mit der Mayflower ankamen, erbaut wurde. Sie gingen angeblich in Provincetown an Land, bevor sie sich ein paar Wochen spaeter im heutigen Plymouth endgueltig niederliessen. Wir haben die Aussichtsplattform in etwa 70 Metern Hoehe erklommen und sind, bevor wir fast ueber den Rand gepustet worden waeren doch lieber noch fuer ein halbes Stuendchen ins Provincetown Museum gegangen, das direkt am Turm liegt.
Alles in allem ein empfehlenswertes Seebad. Wenn man solche Staedtchen (zu denen ich sowas wie Brighton in Suedengland zaehlen wuerde) mag. Ich persoenlich moechte ungern waehrend der Hochsaison nach Ptown, wenn die Bevoelkerungszahl von fuenf auf vierzig tausend Leute anwaechst. Fuer meinen Geschmack ausserdem zu viele Geschaefte, die Seidentuecher und Bilder von local artists verramschen und was soll man jenen Daheimgebliebenen mitbringen, die nicht so auf "saltwater taffy" stehen? Einen Plueschhummer? Aber in der Nebensaison ist es wirklich prima dort. Allerdings haben viele Cafes, Gallerien und Geschaefte noch bis Anfang Mai geschlossen.